FASD-Fachtag 2026

FASD-Fachtag 28.02.2026

Am 28. Februar veranstaltete das FASD Kompetenzzentrum OWL und Umgebung e.V. seinen ersten FASD-Fachtag im LWL Preußenmuseum, unter der Schirmherrschaft von Armin Pampel, ärztlicher Leiter des SPZ, in Minden. Im vergangenen Jahr fand der Fachtag noch im Rahmen der Selbsthilfegruppe Porta Westfalica statt. Mit 160 Personen konnte die Teilnehmerzahl aus dem letzten Jahr noch übertroffen werden. Zusätzlich haben sich verschiedene Bündnispartner vorgestellt und die erste eigene Wanderausstellung des Vereins, welche mit Cindy von Lieblingsmotiv aus Löhne fotografisch unterstützt wurde, feierte Premiere.

Schirmherr des Fachtages:

Armin Pampel

Ärztlicher Leiter des SPZ - Mühlenkreiskliniken

Nachdem Birte Schilling die Veranstaltung eröffnete und einige Worte zum Verein sprach, Hinweise auf die kommenden Veranstaltungen gab und die Bündnispartner des Vereins vorstellte, übergab sie das Wort an Frau Angelika Buttner als stellvertretende Landrätin des Kreises Minden-Lübbecke. Ihre emotionale Rede berührte gleich zu Beginn der Veranstaltung. Menschen in der Politik, welche das Thema FASD und alles was damit zu tun hat wirklich verstehen, sind unfassbar wichtig.

Lutz Krüger-Ruda berichtete anschließend aus Sicht eines Kinderneurologen über FASD in der Praxis und im Alltag. Dabei zeigte er eindrucksvoll, welch hoher Unterstützungsbedarf bei Menschen mit FASD besteht, wie viel Bezugspersonen leisten und wie bedeutsam ein gutes Helfersystem ist. Zudem betonte er die Relevanz einer frühen Diagnose, um den Lebensweg gut begleiten zu können.

Anschließend schloss Bettina Sander mit dem Thema FASD im Erwachsenenalter an. Selbst Pflegemutter, Gründerin eines Kinderheimes und Wegbegleiterin von jungen Menschen mit FASD weiß Frau Sander genau, wie vielschichtig das Leben mit FASD sein kann. Sie berichtet alltagsnah über Chancen und Möglichkeiten für Erwachsene und deren Betreuungspersonen.


Die Mittagspause wurde von Unruh Mental Health mit einer Regenerations- & Reset-Session zum Thema “Co-Regulation statt Eskalation“ bereichert.

Nach der Mittagspause ging es gestärkt in die Workshop-Phase des Fachtages. Hier konnten die Teilnehmenden aus drei Beiträgen jeweils zwei wählen.

Im Workshop von Rechtsanwalt Peter Hoffmann aus Hamburg gab es eine Einschätzung vom Grad der Behinderung für Menschen mit FASD. Voraussetzungen und Grenzen wurden hierbei beleuchtet. Weiterhin besprach er das Thema der Begutachtungen und das für Pflegeeltern immer wieder herausforderndes Thema: der Antrag auf Verbleib in der Pflegefamilie. Hier wurden Erfolgsaussichten und Limitierungen angeschnitten, sowie verschiedene Beispiele dargelegt. Als herausragend empfunden wurde wie viele Fragen der Teilnehmenden Herr Hoffmann beantwortete.

Parallel dazu berichtete Lutz Krüger-Ruda über mögliche Medikation bei FASD. Wirkungen und Nebenwirkungen wurden dargestellt. Herr Krüger-Ruda ging auf verschiedene Fragestellungen der Anwesenden ein. Risikofaktoren, Veränderungen, Voraussetzungen und was es braucht, um Menschen mit FASD mit und ohne Medikation zu begleiten waren Teil des Vortrags.

In einem weiteren Parallelvortrag stellte Nina Teeuwen ihr Konzept zum Thema Schule für besondere Kinder vor. Auch sie kennt aus eigener Erfahrung im beruflichen und privaten Kontext die Herausforderungen insbesondere im Schulalltag von neurodivergenten Kindern. Ihr bedarfsgerechtes Schulkonzept beeindruckte viele interessierte Hörer:innen. Zudem hatte sie ein offenes Ohr für die Themen der Anwesenden und konnte hier hilfreiche Tipps mit auf den Weg geben. Ihr ist es ein besonderes Anliegen, dass die Schülerinnen und Schüler eine gute Zeit in der Schule verbringen, ohne Druck und Zwang. Auch zeigte sich, dass gerade beim Thema FASD und Schule noch in vielerlei Hinsicht noch viel Luft nach oben ist. Oft das nötige Fach- und Handlungswissen, sowie Verständnis für diese unsichtbare Behinderung fehlt.

Der diesjährige Fachtag zeigte, wie vielfältig das Leben mit FASD und die Arbeit mit Menschen mit FASD ist. Die Verbindung mit vielen guten Bündnispartnern ist für das Gelingen von großer Bedeutung. Viele Gespräche in den Pausen machten deutlich: auch im nächsten Jahr soll es einen Fachtag in OWL geben!